Wirkstätten des Nationalsozialismus in Rheine

Das Emslandstadion

Das Emslandstadion an der Salzbergener Straße wurde am 18.08.1934 eingeweiht und auf den Namen „Adolf Hitler Kampfbahn“ getauft. Der Festakt wurde durch einem Aufmarsch von Einheiten der SA und einer Kompanie Wehrmachtssoldaten begleitet.

Bühne auf dem Gelände des Emslandstdions zur Feier des 1.Mai
Bühne auf dem Gelände des Emslandstadions zur Feier des 1.Mai

Zu den Feiern zum Tag der Arbeit, am 1. Mai, wurde das Stadion als Aufmarschplatz für 8000-10000 Teilnehmer hergerichtet.
Auch die Hitlerjugend nutzte das Stadion für „Jugend Aufmärsche“ und Sportveranstaltungen.

Aufmarsch der SA zur Eröffnung der "Adolf Hitler Kampfbahn"
Aufmarsch der SA zur Eröffnung der „Adolf Hitler Kampfbahn“

Der Falkenhof
Der Falkenhof wurde bis 1934 ausschließlich von der Stadt Rheine genutzt. Ab 1934 vermietete sie die Keimzelle der Stadt an die SA Standarte 255. Die SA wiederum unterhielt dort ein eigenes Gefängnis. Im Falkenhof hatte ebenfalls der SA Marinesturm II/52 Rheine seinen Sitz.

Der Falkenhof: in der NS Zeit Gefängniss und Sitz der SA
Der Falkenhof: in der NS Zeit Gefängniss und Sitz der SA

Das Getreide Silo am Emswehr

Die Siloanlage am Emswehr wurde im Jahre 1937 erbaut und trug den unter dem Bild eines Sämannes des Künstlers Karl Wenzel das Hitler Zitat: „Die Sicherheit des täglichen Brotes ist die Voraussetzung für die Freiheit eines Volkes“.
Das Hitler Zitat wurde nach dem Krieg übermalt. Der Sämann ist noch heute erhalten.

Der Sämann mit Hitler Zitat
Der Sämann mit Hitler Zitat

Die Hünenborg

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Die Hünenborg 2015

Das Kriegerehrenmahl Hünenborg wurde zwischen 1925 und 1927 auf dem Thieberg nahe der Stadt Rheine errichtet. Das dem berühmten Stonehenge nachempfundene Monument besteht aus einem Zwölfeckigen Kranz der in ca. 8 Metern Höhe von Zwölf Stützen getragen wird. In die außen und Innenseiten des Kranzes sind die Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges in runenartiger Schrift Eingeschlagen. In den Innenseiten der Stützen sind, in alphabetischer Reihenfolge, alle gefallenen Rheinenser des Ersten Weltkrieges in Stein gemeißelt. In der Mitte des Denkmales befindet sich ein Altar der von oben mit einem Eisernen Kreuz versehen ist. An einer Tafel an der Seite ist die Widmung „unsern 780 gefallenen Kameraden der Kriegerbund Rheine“ angebracht.
Auf der Weitläufigen Wiese vor dem Denkmal befinden sich zwei Steinsockel die jeweils eine Halterung für eine Feuerschale tragen. An dem im Westen stehenden Sockel befindet sich eine Tafel zur Erinnerung an die Gefallenen der Einigungskriege zwischen 1864 und 1871.
Seit 2014 steht der Gedenkstein „Den Toten zum Gedenken“ aus der Theodor-Blank-Kaserne auf der Wiese vor dem Denkmal.
Die offiziellen Feiern der Stadt Rheine und der Bundeswehr zum Volkstrauertag sowie das Drachenfest zur neu Beschaffung der Feuerschalen finden jedes Jahr auf dem Gelände der Hünenborg statt.

Gedenkfeier am Hünenborg Denkmal
Gedenkfeier am Hünenborg Denkmal

Das Langenmarck Denkmal

Langenmarck Denkmal vor dem Gymnasium Dionysianum wurde 1934 vom Stabschef der SA, und ehemaligem Schüler, Viktor Lutze eingeweiht und zierte bis 1969 das Hauptportal der Schule.

Stabschef der SA Viktor Lutze bei der Einweihungsfeier 1934
Stabschef der SA Viktor Lutze bei der Einweihungsfeier 1934

Das 2,5m hohe, 1,50 m breite und 30 cm tiefe aus Stein gemeißelte Denkmal zeigt auf der Vorderseite einen Entkleideten Trommler und einen in Richtung Himmel schauenden ebenfalls entkleideten Krieger. Unterhalb dieses Bildes steht der Schriftzug „Langenmarck“. Die Rückseite zeigt ausgewählte Namen von Dionysianern die im 1. Weltkrieg ihr leben ließen.
Der Name soll an die im Belgischen Ort Langenmarck stattgefundene Schlacht erinnern. Dem Mythos nach sollen dort angeblich junge und unausgebildete deutsche Soldaten voll patriotischem Eifer eine Lücke in die Französische Front gekämpft haben.

Die Vorderseite des Denkmals mit Trommler und Krieger
Die Vorderseite des Denkmals mit Trommler und Krieger
Die Rückseite mit den Namen der Gefallenen
Die Rückseite mit den Namen der Gefallenen

 

Der Marktplatz

21.03.1933:
Der Marktplatz vor der Stadtkirche St. Dionysius diente als zentraler Kundgebungsplatz, im Anschluss an den Fackelzug der nationalsozialistischen Verbände unter Führung der SA.
Bürgermeister Schüttemeyer und der Leiter des Dionysianums Dr. Humborg sprechen aus einem Zimmer des Hotels Letterhaus (heute Spielzeugland) zu den Teilnehmern der Veranstaltung auf dem randvollen Marktplatz. Von einer hohen Zahl von Mitläufern wird berichtet.

Der Marktplatz wärend einer Kundgebung
Der Marktplatz wärend einer Kundgebung

Das Rathaus der Stadt Rheine

8.03.1933:
Nach der Reichstagswahl am 5.03.1933 versuchten die Nationalsozialisten und die DNVP ihren Sieg propagandistisch auszunutzen und hissten am 8.03. gegen 22 Uhr eigenmächtig die, bis dato im Reich nur als Parteiflagge zugelassene, Hakenkreuzfahne. Aufgrund dieses Verstoßes gegen die Flaggenordnug wurde sie wenig später von der Stadtverwaltung wieder eingeholt.

Das Rathaus mit beflaggt mit der Reichsflagge und der Hakenkreuzflagge
Das Rathaus mit beflaggt mit der Reichsflagge und der Hakenkreuzflagge

22.05.1933:
Obwohl die NSDAP in den Kommunalwahlen zusammen mit der National Konservativen Liste 22 die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung erlangte, wurden nicht direkt alle wichtigen Posten der Stadtverwaltung an Rechte Gesinnungsgenossen vergeben. Die SA versuchte mit einer Stürmung des Rathauses den Forderungen der Nazis Nachdruck zu verleihen. Die Aktion scheiterte letztendlich am passiven Wiederstand des Stadtbürgermeisters Schüttemeyer, der zu dieser Zeit der Zentrumspartei angehörte. Schüttemeyer ließ sich in seiner Arbeit nicht stören und bot den Eindringlingen nach Augenzeugenberichten sogar Sitzmöglichkeiten an. Er verhandelte jedoch zu keinem Zeitpunkt mit den Parteisoldaten, die wenig später das Rathaus verließen. Die NSDAP Gauleitung verurteilte die Besetzung im Nachhinein und teilte mit sich nicht in Interna der Stadtverwaltung einzumischen.

Stadtbürgermeister Schüttemeyer (Zentrumspartei)
Stadtbürgermeister Schüttemeyer (Zentrumspartei)

Das Volkshaus an der Rosenstraße

Das Volkshaus an der Rosenstraße beherbergte die Rheinenser Geschäftsstellen der Freien Gewerkschaften und der SPD. ´Neben den Wohnung des Hausverwalters Mathias Thesing befand sich dort auch noch eine Gastschänke mit Saal.
Ab Februar 1933 hatte Thesing unter massivsten Schikanen der Nationalsozialisten zu leiden. Für 8 Wochen musste er zwangsweise einen SS Mann in seiner Wohnung beherbergen. Weiter wurde Thesings Mutter mit Schusswaffen bedroht. SA Trupps stürmten die Gastwirtschaft und versetzten die Anwesenden in Angst und Schrecken.
Am 2. Mai 1933 begann um 10 Uhr die Gleichschaltung der Freien Gewerkschaften. Zwecks Räumung der Gewerkschaftshäuser und mit dem Ziel Politische Gegner aus dem Weg zu räumen stürmten SS und SA das Volkshaus. Dies geschah mit Billigung der Polizei die durch Reichsinnenminister Frick angewiesen wurde nicht einzugreifen. Das Volkshaus wurde beschlagnahmt und der neu gegründeten NS Arbeitnehmer Arbeitgeber Organisation „Deutsche Arbeitsfront“ zugewiesen.

Die Gedenktafel
Die Gedenktafel

Das Haus wurde im Jahre 1974 durch die neuen Eigentümer (Deutscher Gewerkschaftsbund) abgerissen und 1989 durch einen Neubau ersetzt. An der Hausfassade befindet sich eine Bronzene Gedenktafel.

Der Neubau mit Gedenktafel
Der Neubau mit Gedenktafel
Das ehemalige Volkshaus vor dem Abriss
Das ehemalige Volkshaus vor dem Abriss

S.R. und Ch.B.

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